Wednesday, 9. september 2009 3 09 /09 /Sept. /2009 20:12
Man muss ja fast dankbar sein, dass es wenigstens diese Thema im Wahlkampf gibt: Atomkraft - ja oder nein?
Es ist immerhin geeignet, zu sondieren, wen man nicht wählen darf.

Nun bin ich kein totaler Atomkraft-Gegner. Wer sie abschaffen will, muss mir schon etwas genauer sagen, wie er sie zu ersetzen gedenkt, als die Grünen das gemeinhin tun(etwa so: "mit erneuerbaren Energien! Klappt schon! Ohne Scheiß!").

Die Atomkraft hat durchaus ihren Nutzen, der nicht zu verachten ist. Nur eines muss auch gewährleistet sein: Der strahlende Müll muss auch fachmännisch entsorgt werden!
Nun scheinen für jeden Tetra-Pak die Entsorgungs-Vorschriften strikter zu sein als für Atom-Müll. Wenn ich 1000 Kubikmeter Hausmüll unter Tage entsorgen wollte, würde wahrscheinlich eine Behörde einschreiten. Wenn ich aber die stärksten strahlenden Brennstäbe Deutschlands in einen einsturz- bzw. flutungs-gefährdeten Salzstock einlagern möchte, ist das für CDU und FDP auf einmal in Ordnung und sogar die Erpressung von Gutachtern wert...  link von meiner Lieblings-Seite Spiegel-Online.

Schwarz-Gelb hat es scheinbar eilig. Für 1 Millionen Jahre (!) soll der Atom-Müll in Gorleben einlagern. 25 Jahre sind immerhin schon um - und noch ist ja nichts passiert. Grund genug für die Möchtegern-Bürgerlichen die Parole Da-passiert-schon-nichts herauszugeben und die Erforschung von Alternativ-Standorten zu verhindern. Die Alternativen könnten sich ja in Süd-Deutschland befinden, wo die meisten Atom-Kraftwerke stehen. Müll machen und Müll entsorgen - beides ginge ja nicht. Damit wären sogar die omnipotenten Baden-Württemberger überfordert...

Festzuhalten bleibt also, dass es CDU und FDP nicht für nötig halten, trotz verbleibender 999.975 Jahren Laufzeit einen Plan B zu erarbeiten. Das kann man eigentlich nur mit Arbeitsscheue erklären.
Den gordischen Knoten könnte man vielleicht zerschlagen, wenn man die Stromkonzerne verpflichten würde, ihren Müll selbst zu entsorgen. Dann schalten die ihre Kraftwerke bestimmt schnell ab.

von Cord Hinrichs
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Wednesday, 29. july 2009 3 29 /07 /Juli /2009 20:14
Einfach großartig beschreibt Achim Achilles in seinem Läufer-Blog das Verhalten des Durchschnitts-Bremers in freier Wildbahn! Jeder weitere Kommentar ist überflüssig... link
von Cord Hinrichs
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Tuesday, 7. july 2009 2 07 /07 /Juli /2009 19:34
Da fliegt das Toupet:
Nachdem nun sogar mein Shampoo mit Koffein gedopt ist, setzen die Quacksalber von Schwarzkopf noch einen drauf:
Jetzt gibt es ein Shampoo mit Taurin link!
Nun fallen mir zwei Makel an dem bulligen Produkt sofort auf:

1. Den Wodka muss man offenbar selber mitbringen.
2. Ich halte die Produktentwicklung doch für reichlich halbherzig: Wenn ich schon feststelle, dass sich Haare dopen lassen, greife ich doch gleich zu Heroin! Das würde DER Renner - garantiert!
von Cord Hinrichs
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Monday, 29. june 2009 1 29 /06 /Juni /2009 18:54
Auch auf die Gefahr hin, dass zuviel Kompetenz unsympathisch macht: Ich lasse mich jetzt mal über die offenbar Absynth-getränkte Finanzpolitik vor der Wahl aus! Der Staat ist pleite, jeder weiß das! Das gilt auch, sollten sie mal nüchtern werden, für Finanzpolitiker der großen Parteien.

Versprechungen von Steuerentlastungen sind offener Betrug. Warum sollte ausgerechnet im Jahr des größten Staatsdefizits überschüssiges Geld da sein, welches man im Füllhorn über dem naiven Wähler ausschütten könnte? Der Gedanke, man könne die Konjunktur mit Steuer- oder Abgabenerleichterungen anheizen, geht darüber hinaus mehrfach an der Realität vorbei.
Denn die Binnenkonjunktur brummt geradezu(die Marktforscher fragen sich zwar, warum - aber egal). Und die Industrie ist auch nicht so dumm, dass sie nicht wüsste, dass die Steuergeschenke von heute die Steuerschrauben von morgen sind.

Nun gibt es natürlich Änderungsbedarf im Steuerrecht. Friedrich Merz und Paul Kirchhof ist das schon mal aufgefallen und sind deshalb von der CDU geschasst worden. Ein heikles Thema also, wenn man herausfindet, dass das deutsche Steuerrecht zu kompliziert ist und dringend reformiert gehört. Ein Politiker mit der Karriere im Blickfeld sollte dieses Thema unbedingt meiden.

Eine Steuerreform, welche nicht nur vorhandene Steuern radikal vereinfacht sondern auch überflüssige Steuern abschafft und durch sinnvollere, möglichst (Achtung: Fachbegriff!) indirekte Steuern ersetzt, ist aufgrund der Unfähigkeit der Parteien zum nachhaltigen Denken leider weder gewollt noch durchsetzbar. Warum zum Beispiel

- schafft man die Kfz-Steuer nicht ab und erhöht dafür die Mineralölsteuer? Es versteht auch niemand, warum Kerosin immer noch steuerfrei ist! Dem Steueraufkommen und/oder der Umwelt täte das gut(aufgrund der Faulheit der Menschen glaube ich aber eher ans Steueraufkommen).
- schafft man die Einkommensteuer (auch Lohnsteuer) und die Körperschaftssteuer nicht ab? Ich sehe den Sinn nicht, die Leute fürs Geld verdienen zu bestrafen. Um das Steueraufkommen zu bewahren, müsste man das natürlich einen Ausgleich schaffen, zum Beispiel mit

+ der Vermögenssteuer. Wer das deutsche Steuersystem kennt, weiß, dass diese sowieso gerade fehlt.
+ der Tobin- bzw. der Börsenumsatz-Steuer link (Kommentar Jacque Chirac: "Eine sympathische Steuer" - nicht dass er sie eingeführt hätte...)

Was danach noch zum jetzigen Steueraufkommen scheinbar fehlt, ist trotzdem vorhanden. Denn wer keine Ertragssteuern mehr zahlt, hat mehr Geld, um es auszugeben. Was das Aufkommen der Umsatzsteuer erhöht. Und wer sich weigert, sein Geld auszugeben, zahlt irgendwann Vermögenssteuer.

Nein, ich habe das natürlich nicht nachgerechnet - ich behaupte nur, dass "meine Steuerreform" letztlich auf das selbe Steueraufkommen hinausläuft. Es ist nur ein Gedankenspiel, auch wenn es mir, je öfter ich darüber nachdenke, jedesmal schlüssiger vorkommt.

Unabhängig von meinen Vorschlägen glaube ich aber, dass eine Steuervereinfachung ohne Entlastungen beim Bürger populärer wäre als eine Steuerentlastung ohne Vereinfachungen. Und das ist, was mich eigentlich erschreckt:

Es ist derzeit in Berlin einfacher durchzusetzen, die Steuern zu verringern und damit die kommenden Generationen noch ein wenig mehr in die Scheiße zu reiten als das System zu vereinfachen und den Leuten wirklich etwas Gutes zu tun.
von Cord Hinrichs
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Sunday, 7. june 2009 7 07 /06 /Juni /2009 22:13
Immerhin kann man sich in dieser Demokratie auf eines verlassen: eine sinkende Wahlbeteiligung.

Nicht mal die Hälfte aller Wahlberechtigten fanden es für notwendig, ein lumpiges Kreuz auf den Wahlzettel zu machen. Nun, der Wahlzettel war im Übrigen so groß, dass er eine 4-köpfige Familie ein Wochenende mit Klopapier hätte versorgen können. Da kann man schon mal sagen, dass einem es zu kompliziert ist, sich mit ca. 30 Parteien und deren Wahlversprechen auseinander zu setzen.

Aber die Ausrede gilt nicht mehr, für solche Probleme gibt's inzwischen den Wahl-O-Mat link. Den finde ich wirklich gelungen. Nach etwas Orientierung ist man dort schnell informiert. Zugegebenermaßen sind die Ergebnisse(quasi die Wahlempfehlungen des Programms) manchmal etwas peinlich. Meine Nähe zur Rentnerpartei war mir neu, während sich die erhoffte Schnittmenge mit der Piraten-Partei nicht einstellte....

Zwar macht der eigene Kenntnisstand über die Wahlversprechen der Parteien diese nicht weniger korrupt, undurchschaubar oder populistisch. Aber man wählt bewusster und weiß später oft noch, weshalb man vielleicht CDU gewählt hat(in meinem Fall einst wegen Friedrich Merz und seiner Steuerreform - naja, man muss auch mal verlieren können). Aber man lernt nie aus und sieht sich mehr als einmal an der Wahlurne.
Wenn man die Dauer-enttäuschenden Möchtegern-Volksparteien dauerhaft nicht mehr wählt, sondern die Konkurrenz der Rentner, Piraten, bibeltreuer Christen oder violetter Feministen, darf man sich zu Recht Sorgen um den Geisteszustand der Deutschen machen - aber der Demokratie würde es sicher helfen!

Manchmal heißt es in den Medien, dass sich die Deutschen in ihrer Wahlbeteiligung dem europäischen Schnitt und damit der Normalität angleichen. Das ist schade. Die Deutschen haben nach fast 50 Jahren kaltem Krieg nicht mehr den Druck, der einst da war. Damals hatte man den Faschismus im Rücken und den Kommunismus vor Augen sowie das womöglich zukünftige atomare Schlachtfeld unter den Füßen. Da kann man es schon mal für notwendig halten, zu wählen und die friedliche Demokratie zu stützen. Solche Anstrengungen sind jetzt offenbar nicht mehr nötig.

Uns geht es also trotz Finanzkrise noch zu gut! Aber keine Angst: die große Koalition arbeitet dran....
von Cord Hinrichs
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen

Der Autor

  • Cord Hinrichs
  • Blog von Cord Hinrichs
  • 4.10.1977
  • Ledig
  • Dörverden
  • Diplom-Finanzwirt(FH) beim FA Verden, Hauptsachbearbeiter für Lohnsteuer und Umsatzsteuer, Tischtennisspieler und -Trainer, 11-facher Hurricane-Besucher

Kalender

January 2012
M T W T F S S
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31          
<< < > >>
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum